Entdecke Sevilla, Andalusiens prächtige Hauptstadt!

„Quien no ha visto Sevilla, no ha visto maravilla“, das bedeutet übersetzt so viel wie: „Wer Sevilla noch nicht gesehen hat, der hat noch nichts Wunderbares gesehen.“ Und die prächtig schöne Regierungshauptstadt der Region Andalusien geizt vor Reisenden wahrlich nicht mit ihren Reizen. Sie gilt als eine der schönsten Städte Spaniens und belegt im nationalen Besucher-Ranking stets einen der oberen Plätze.

Dank ihrer bewegten Geschichte haben Künstler und Bauherren aus den Kulturen der Phönizier, Westgoten, Araber und Römern ihre Spuren hinterlassen. Vor allem der von den Arabern inspirierte, detailreiche Mudejaren-Stil ist häufig zu finden. Sehenswürdigkeiten wie der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Alcázar, ein maurischer Palast mit wunderschönen Gärten, lässt erahnen wie wichtig den einstigen Herren der Stadt die Architektur war.

Das Wahrzeichen Sevillas, die Giralda

Das Wahrzeichen von Sevilla ist die Kathedrale „La Giralda“, Mittelpunkt des alten Stadtzentrums. Erbaut wurde sie im Jahr 1196 als Aljama-Moschee. Der heutige Glockenturm war das einstige Minarett der großen Moschee. Das Gebäude ist epochales Beispiel für die Fusion islamischer und katholischer Einflüsse. Es gilt als größter gotischer Bau der Welt und zugleich als drittgrößte Kathedrale auf dem Globus. Auf jeden Fall ist die Giralda ein absolutes Muss im Programm jedes Andalusien-Reisenden.

„Lasst uns eine Kathedrale bauen, so groß, dass jeder der sie sieht, uns für verrückt hält“, so sollen die damaligen Religionsoberen der Stadt gesagt haben. Und ab 1401, nachdem die Zeit der Mauren längst vorüber war, wurde die Moschee tatsächlich bis auf zwei Elemente abgetragen und samt Minarett schrittweise umgebaut.

Der Giraldillo, Glockenturm mit Überraschung

Mit einer Höhe von über 80 Metern ist der Kathedralenturm heute weithin sichtbar, und wer ihn besucht sollte ihn auch unbedingt besteigen. Im Innern birgt er eine Überraschung: Besucher gelangen nicht auf Stufen hinauf, sondern über Rampen. Auf ihnen konnten damals die Baumaterialien mit Hilfe von Pferden und Lastenwagen nach oben ins Minarett gebracht werden. Einer Legende nach, soll aber auch der Muezzin die Rampen zum täglichen Gebetsaufruf hinaufgeritten sein. Und statt einer Kuppel wie im 12. Jahrhundert, ziert seit dem Umbau eine Frau mit Palmblatt die Spitze der Giralda. Die rund drei Meter hohe Bronzestatue, von den Sevillanos liebevoll „Giraldillo“ genannt, ist drehbar. Daher ihr Name, denn auf Spanisch bedeutet ‘girar’, drehen. Ein Aufstieg belohnt den Reisenden allemal, denn vom Turm aus ist die Aussicht atemberaubend. Man überblickt nicht nur fast ganz Sevilla, sondern kann auch in den zur Kathedrale gehörenden „Patio de las Naranjas“ schauen. Dem ursprünglich maurischen Orangenhain, der sich im Innenhof der Kathedrale befindet.

Superlative in der Kathedrale

Auch das Innere des gigantischen Bauwerks bietet einige Superlative: unschätzbar wertvolle Gemälde der spanischen Künstler Murillo, Goya und Zurbarán. Die Altäre im Innern der Kathedrale sind mit wertvollen Schnitzarbeiten sowie Gold und Silber aus der Neuen Welt verziert. Sogar die Gebeine des Entdeckers Cristoph Kolumbus sind dort in einem monumentalen Sarkophag aufgebahrt. Sehenswert ist das allemal – ganz gleich ob die Gebeine nun wirklich darin liegen oder nicht.

Montags ist der Eintritt zwischen 16.30 und 18 Uhr frei (horario gratuito).