Cabo São Vicente, das Ende der Welt an der Algarve

Am Cabo de São Vicente war für die Menschen des Mittelalters die Welt zu Ende. Kein Wunder, denn die senkrecht ins Meer abfallenden Klippen sind fast 70 Meter hoch. Von ihrem Plateau aus schaut man über die schier endlosen Weiten des tiefblauen Atlantiks. Ein grandioser Anblick für jeden Besucher. Imposant ist auch der 24 Meter hohe Leuchtturm, dessen Leuchtfeuer als stärkstes in Europa gilt.

Religiöse Kultstätte

Aber auch die Geschichte dieses Felsens beeindruckt Besucher, schon in der Frühzeit galt das Kap als religiöser Ort. So fanden Archäologen Menhire aus dem Neolithikum aber auch Phönizier, Griechen, Römer, Araber und Christen maßen diesem Stück Land große spirituelle Kraft bei, und hinterließen ihre Spuren.

Piraten und Engländer

Heinrich der Seefahrer erkannte die strategische Bedeutung des Felsens und baute dort eine Festungsanlage und seine berühmte Seefahrerschule in Sagres. Die Fortaleza musste im Lauf ihrer Geschichte so manchen Angriff von Piraten und anderen Angreifern abwehren. Sir Francis Drake eroberte 1587 die Festung von Land aus. Das Erdbeben von 1755 zerstörte sie, und erst 1793 wurde die Instandsetzung abgeschlossen. Heute kümmert man sich in der Festungsanlage nur noch um Seefahrtbelange. Eine Sehenswürdigkeit ist die Festung allemal.

Hier geht’s um die Wurst

Seit 1996 gibt es ein besonderes Kuriosum für Touristen auf dem Kap: Die letzte Bratwurst vor Amerika, sie entwickelte sich über die Jahre zum Publikumsmagneten. Nach eigenen Angaben testeten die Besitzer des fahrenden Verkaufsstandes mehr als 100 verschiedene Wurstsorten. Letztlich scheinen sie die richtige Rezeptur gefunden zu haben: In 2014 wurde ihr Würstchenstand „am Ende der Welt“ von zwei österreichischen Sterneköchen geadelt. Ganz ohne Chemie und Geschmacksverstärker kommt sie daher. Und wer weiß, wenn hier die Welt wirklich zu Ende ist, sollte man sich auf jeden Fall noch schnell was Leckeres gönnen!